PROGRAMM

VERGRABENES KIND

Sam Shepard

Sam Shepard

VERGRABENES KIND

Drama, Slapstick und Horror in einem über einen Familienfluch

Für sein berühmtestes und inzwischen fast schon klassisches Werk erhielt der Dramatiker Sam Shepard 1979 den renommierten Pulitzer-Preis. Seitdem ist das Stück nicht mehr von den Bühnen der Welt und der Tschechischen Republik weg zu denken. Es spielt im ländlichen Amerika in einer nicht näher beschriebenen Gegenwart. Auf den ersten Blick steht ein Generationenaustausch auf einer Familienfarm im Vordergrund. Wichtiger ist jedoch die Aufklärung dessen, was alles (in der Familie) verborgen ist, von Geheimnissen, die nach und nach an die Oberfläche kommen. Shepard wollte ein engagiertes, aber auch witziges Stück schreiben, dass einen bewusst groben Einblick auf ein dysfunktionales System von Familienfrustrationen und -beziehungen zeigt, aus dem Respekt, Liebe und Toleranz fast verschwunden sind. Das düstere, negative Bild wird durch einige drastische naturalistische Details unterstrichen. Die Basis der seltsamen, von der Welt isolierten Familie bildet das Elternpaar - Dodge, der die Umgebung mit seinem Sarkasmus terrorisiert, und die rationale Halie, die wahre Herrscherin der Familie, die es schafft, von einem Treffen mit dem örtlichen Pfarrer beschwingt erst am nächsten Morgen zurückzukehren. Sie teilen den gemeinsamen Haushalt mit ihren Söhnen Tilden und Bradley, beide über vierzig, beide irgendwie gezeichnet. Tilden ist ein Verlierer (obwohl sein Vergehen nicht genannt wird) und Bradley ein einbeiniger Invalide. Für die Eltern sind offenbar beide nichts wert; ihr Held ist der tote Sohn Anselm. Die Erklärung für die aktuelle Situation ist die Familiengeschichte. Abgesehen von dem idealisierten Anselm verbirgt es das tabuisierte Geheimnis des toten Kindes. Ein Thema, über das man nicht spricht, weder zu Hause, geschweige denn vor Fremden. Diese sind unter keinen Umständen willkommen. Das Stück enthält aber auch ein Bekenntnis zur Tat und damit eine Sünden-Buse, worauf das ganze Stück hinausläuft. Die Landschaft wird durch den Regen gereinigt, und auf dem Feld mit dem Grab des toten Kindes wird schließlich eine schöne Ernte eingefahren.

Shepards Werk wurde stark von der Alternativkultur der 60er Jahre beeinflusst. Seine Werke schaffen einen neuen, manche würden sagen beunruhigenden Blick auf Amerika, Shepard unterscheidet sich durch seine Art von Humor, seiner Satire und seiner seltsamen Sprache. Seine Figuren sind meist ziellos umherirrende Einzelgänger, hoffnungslos gefangen zwischen der Vergangenheit und der mechanisierten Gegenwart. So kann man auch bei dem, von uns aufgeführtem Stück Vergrabenes Kind, das 1978 am Magic Theater in San Francisco (wo Shepard Hof-Autor war) uraufgeführt und im darauffolgenden Oktober in New York am Theater for New York City aufgeführt wurde. Im Jahr 1995 überarbeitete der Autor das Vergrabene Kind für das Brooks Atkinson Theater. Die erfolgreiche Inszenierung unter der Regie von Gary Sinise wurde 1996 für fünf Tony Awards nominiert.

Uraufführung am 12. April 2025 auf der Kleinen Bühne

Szene Die Kleine Bühne
Premiere 12. 4. 2025
empfohlenes Alter od 14 let

Kreativ

Překlad:
Jiří Popel
Režie:
Adam Doležal
Dramaturgie:
Zdeněk Janál
Kostýmy:
Anieszka Pátá Oldak

Theaterpartner