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Über das Ballettensemble

Das Repertoire des Pilsener Ballettensembles wurde langfristig ausgelegt in dem Bemühen, eine wichtige Aufgabe eines großen, regionalen Theaters zu erfüllen, nämlich durch das künstlerische Niveau die gesamte Spannweite der Genres vollständig abzudecken. In der Praxis bedeutet dies die regelmäßige Einbindung von Werken der Weltklassik (z. B. Schwanensee, Der Nußknacker, Raymonda) und die Suche nach Titeln, die neue Ansätze für Choreographie und Regie ermöglichen. Der Ballettdramaturgie gelingt es, Titel zu bringen, die auf der Pilsner Bühne ein Novum darstellen oder tschechische Premieren und sogar internationale Uraufführungen. Es ist deshalb mehr als erfreulich, dass das Pilsner Ballett damit erfolgreich seine Position in der nationalen Repräsentation der Tanzkunst behauptet.

Dank des hohen künstlerischen Niveaus und der technischen Reife arbeitet das Ensemble oft mit dem führenden tschechischen Choreographen Libor Vaculík zusammen, der hier das außergewöhnlich erfolgreiche Tanzmusical Edith – der kleine Spatz aus der Vorstadt aufführte (2000). Außerdem zum Beispiel das Ballett der Glöckner von Notre Dame (2010) des Komponisten Maurice Jarr, (für die Szenographie zum Glöckner von Notre Dame wurde Martin Černý in einem landesweiten Inszenierungswettbewerb ausgezeichnet), Anna Karenina (2012) auf die Musik von Dmitrij Šostakovič, oder die Weltpremiere des Tanzmusicals Freddie – The King of Queen (2014). Von den weiteren Choreographen, die mit dem Ensemble arbeiteten, können wir Alena Pešková, Bronislav Roznos, Zdeňek Prokeš, Mári Radačovský, Ondrej Šoth oder die bedeutende russische Choreographien Yelena Panková erwähnen.

Die systematische pädagogische und künstlerische Leitung des Ensembles gibt den Solisten nicht nur die Möglichkeit, den Thália Preis zu erhalten (Ivona Jeličová – Maryša, 2009, Zuzana Pokorná – Der Glöckner von Notre Dame, 2010, Richard Ševčík – Spartakus, 2014) sondern auch die Gelegenheit zum persönlichen Reifen als selbständige Künstler der ursprünglichen Vorstellungen. Richard Ševčík konnte so im Jahr 2012 seinen ersten choreographischen Opus Ein Sommernachtstraum und im Jahr 2014 dann bereits für den intimen Raum der Kleinen Bühne des Neuen Theaters eine Tanzadaption von Wild´s Bildnis des Dorian Gray entwickeln.

Die Hinterbühne des Neuen Theaters bietet dem Ballettensemble bessere Arbeitsbedingungen, was mit dem Anstieg des technischen und künstlerischen Niveaus verbunden ist, was für das gesamte Ensemble Voraussetzung und Verpflichtung zugleich ist.

Jiří Pokorný,
Künstlerischer Leiter des Balletts DJKT

 

Geschichte des Ballettensembles