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Geschichte des Balletts

Die Anfänge des Pilsner Balletts reichen in die Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts und Pilsen zählt somit zu den Theatern mit einer langen Ballett-Tradition. Das Ballettensemble in Pilsen formierte sich unter der Leitung von Jana Freisingerová in den Jahren 1902-12. Die Tätigkeit des Ensembles war bis 1945 bescheiden und das Repertoire nicht sehr ausgeprägt, das Ballett erfüllte oft nur die Dienstpflicht zu Opern und Operetten.

Feste professionelle Grundsteine des Ensembles legte erst Josef Škoda in den Jahren 1948-1951.

Ein bedeutender Meilenstein der Ballettgeschichte in Pilsen war der Amtseintritt von Jiří Němeček in die Funktion des Ballett-Leiters. Die Dramaturgie seiner Ära (1951-1957) baute auf den von Škoda errichteten Grundsteinen – neben klassischen Werken wurden auch Stücke aus der Welt und vor allem aus sowjetischem Repertoire aufgeführt und es wurden ausgewogen auch neue heimische Werke berücksichtigt. Mit choreografischen Inventionen, dramatischen und handlungswirksamen Ballettaufführungen mit einer festen Regie hat sich das Pilsner Ensemble unter die führenden tschechischen Ballettensembles gemischt.

Němeček verließ Pilsen als Ballett-Leiter des Nationaltheaters Prag und seiner Stelle nahm sich für den Zeitraum 1957-1961 Luboš Ogoun an. Dieser setzte hier sein Programm der Wandlung der Tanzkunst um, er suchte und fand einen neuen technisch aufwendigen Stil, der allseitigen Reifestand und Schlagfertigkeit in der Interpretation abforderte.

In den Jahren 1967-2003 wechselten sich in der Leitung des Balletts viele prononcierte Persönlichkeiten des tschechischen Tanzes, die sich am Wachstum und Formierung des Ballettensembles bis in die heutige Zeit beteiligten. Das Repertoire setzte sich aus Werken traditioneller Klassik, progressiven Inszenierungen und ursprünglichen Choreografien zusammen, die für das Pilsner Ensemble geschrieben wurden.

Seit der Saison 2003/04 ist Leiter des Balletts Jiří Pokorný, der sich um eine breite Auffassung des Genres bemüht. In der Praxis bedeutet dies regelmäßige Eingliederung von klassischen Werken aus aller Welt und die Suche nach Titeln, die neue Regie- und Choreografieprozesse einbringen.

Leiter des Ballettensembles

  • 1948–1951 Josef Škoda
  • 1951–1957 Jiří Němeček
  • 1957–1961 Luboš Ogoun
  • 1961–1967 Věra Untermüllerová
  • 1967–1981 Gustav Voborník
  • 1981–1990 František Tichý
  • 1990–1992 Zdena Nemcová
  • 1992–1995 Jiří Žalud
  • 1995–1997 Robert Balogh
  • 1997–2003 Pavel Ďumbala
  • seit 2003 Jiří Pokorný